Dass die politische Führung in China die Geldversorgung der inländischen Wirtschaft steuert, ist für uns zur Gewohnheit geworden. Zudem unterliegen chinesische Unternehmen Einschränkungen an den internationalen Kapitalmärkten. Ausländische Investoren können sich nur bedingt an chinesischen Firmen beteiligen.

Quasi über Nacht hat die chinesische Regierung den E-Learning-Plattformen im privaten Bildungssektor die Geschäftsgrundlage entzogen. Diese Unternehmen dürfen künftig keine Gewinne mehr erzielen oder an die Börse gehen.

Ein Fahrdienstleister durfte anfangs noch in New York an die Börse gehen. Dann verbietet die Regierung die Aufnahme neuer Kunden und sorgte dafür, dass die App entfernt werden musste und entzog damit der Firma ebenfalls ihre Geschäftsgrundlage.

Als drittes Beispiel sind die großen Technologieunternehmen des Landes heranzuziehen. Auch in dieses Segment mischt sich der Staat massiv in die Struktur der Firmen ein. Einzelne Geschäftszweige müssen verkauft werden oder das Geschäftsmodell muss angepasst werden. Alle Unternehmen werden verpflichtet, die Linie und den Kontrollwunsch der Regierung zu gewährleisten und sie müssen bei Bedarf ihre entsprechenden Systeme dahingehend anpassen.

Was ist unsere erste Einschätzung zu diesen Vorfällen? Ein Vorgehen in dieser Art ist aus Sicht eines liberalen Kapitalmarktes undenkbar. Die wichtigste Basis für das Zusammenspiel wirtschaftlicher Beziehungen ist eine stabile Vertrauensgrundlage. Diese ist in Bezug auf China im Moment massiv gestört. Die Vielfalt an diesen sehr kritischen Entscheidungen spaltet die Kapitalmarktteilnehmer momentan.

Es wird sich zeigen, was diese Entwicklung mittel- bis langfristig für Kapitalanleger bedeutet. Wir tun alle gut daran, diese Entwicklung aufmerksam zu beobachten.

 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.